Bor. Mönchengladbach

Aktuelles

Einige personelle Fragezeichen
Zwei Tage vor dem Top-Spiel des sechsten Bundesliga-Spieltags gibt es bei der Fohlenelf nach wie vor einige personelle Fragezeichen. Christoph Kramer, der am Dienstagabend im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (2:0) eine Platzwunde am Kopf sowie eine Schdelprellung erlitten hatte, ging wie geplant fr gut 20 Minuten mit Athletiktrainer Markus Mller auf den Platz. Jonas Hofmann, der die beiden vergangenen Partien wegen muskulrer Probleme gefehlt hatte, trainierte wie auch Kwame Yeboah (muskulre Probleme) gemeinsam mit Mller individuell. Yann Sommer (Innenbanddehnung im Knie) fehlte indes nach wie vor. ?Wir mssen abwarten, ob es schon fr Samstag wieder reicht. Falls nicht, haben wir erneut vollstes Vertrauen in Tobias Sippel?, sagte Co-Trainer Dirk Bremser. Raul Bobadilla (leichte musklren Probleme) blieb ebenso in der Kabine wie Raffael und Nico Elvedi ? alle drei absolvierten eine regenerative Einheit im Kraftraum. Grifo macht Fortschritte Individuelle bungen mit Rehtrainer Andreas Bluhm machten Ibrahima Traor (Muskelbndelriss im Oberschenkel), Mamadou Doucour (Trainingsrckstand) und Vincenzo Grifo (Kapselverletzung im Knie). Letztgenannter macht in Sachen Genesung Fortschritte. ?Die ersten bungen mit Ball durfte ich bereits machen. Jetzt hoffe ich natrlich, der Mannschaft bald wieder helfen zu knnen?, sagte Grifo. Bei Lszl Bnes (Mittelfubruch), Tobias Strobl (Kreuzband- und Auenmeniskusriss im Knie) und Josip Drmic (Aufbautraining nach Knieverletzung) dauert es hingegen noch lnger, bis sie wieder ins Training einsteigen knnen. Am morgigen Freitag steigt fr die brigen Borussen bereits die Abschlusseinheit vor dem Spiel in Dortmund. ?Dann werden wir uns gezielt dem kommenden Gegner widmen, weshalb sie unter Ausschluss der ffentlichkeit bestritten wird?, erklrte Bremser ? und dann knnten sich am Samstagabend alle Fans auf ein tolles Fuballspiel freuen. ?Es treffen zwei spielstarke Mannschaften aufeinander, so dass es mit Sicherheit eine interessantes und attraktive Partie wird?, meint Bremser.
"Wir brauchen uns nicht zu verstecken"
?die Vorbereitung auf das Dortmund-Spiel: Wir haben uns heute nochmal um die Regeneration gekmmert, aber natrlich mit dem Hintergedanken, uns auf das Spiel vorzubereiten. Natrlich werden wir uns auch ein paar Szenen des Dortmunder 3:0-Siegs in Hamburg ansehen. Wir wissen, wie schwierig es in Dortmund wird, aber ich persnlich freue mich sehr auf die Partie. Uns ist natrlich bewusst, dass der BVB ein starker Gegner ist und demnach der Favorit ist. Aber wir brauchen uns auf keinen Fall zu verstecken. Wir fahren mit viel Selbstvertrauen dorthin und versuchen natrlich, wie in jedem anderen Spiel auch, drei Punkte mitzunehmen. ?den Saisonstart von Borussia Dortmund: Der BVB ist gut in die Saison gestartet. In der Bundesliga ist er noch ungeschlagen und ohne Gegentor, in der Champions League hat er unglcklich in Tottenham verloren. Generell hat man in allen Spielen gesehen, dass die Dortmunder groe individuelle Qualitt haben. Die Mannschaft ist grtenteils zusammengeblieben und mit dem Trainerwechsel gut zurechtgekommen. Tottenham hat es aber beispielsweise sehr gut gemacht, und auch in anderen Partien gab es die eine oder andere Chance. ?die Chancen in Dortmund: Ich denke, wenn wir wieder so kompakt wie in den vergangenen Spielen verteidigen, wenige Chancen zulassen, bei Ballgewinn schnell umschalten und dann bei der hohen Verteidigung von Dortmund unsere Rume nutzen, werden wir die eine oder andere Chance bekommen. Wir werden in diesen wenigen Situationen unsere Durchschlagskraft brauchen, um am Ende etwas mitzunehmen. ? BVB-Torjger Pierre-Emerick Aubameyang: Er ist ein lustiger Typ und genauso ein Spavogel wie er wirkt. Auf dem Platz ist er eine Tormaschine, im Strafraum sehr prsent. Er hat einen guten Riecher, das hat man auch gegen den HSV wieder gesehen. Er ist einfach da, wo der Ball meistens runterfllt. Auch auerhalb des Platzes ist er wahnsinnig wichtig fr die Mannschaft. Er ist eine besondere Bezugsperson fr die Franzosen in Dortmund, ich hab mich auch sehr gut mit ihm verstanden. Aber jetzt ruht die Freundschaft fr 90 Minuten. ..die Unterschiede zwischen Borussia und dem BVB: Der groe Unterschied ist, dass wir hier diese Saison nicht im Europapokal dabei sind. Unser Ziel ist natrlich, nchstes Jahr wieder international zu spielen. Alle drei, vier Tage zu spielen, ist natrlich anders als nur jedes Wochenende gefordert zu sein. Ansonsten haben wir hier in Gladbach in der Mannschaft und im Verein ein groes Potenzial. Da knnen wir auf jeden Fall die nchsten Schritte gehen, wenn wir so zusammen bleiben. Das ist natrlich als ein etwas kleinerer Verein ein bisschen schwieriger als in Dortmund. Trotzdem haben wie groes Potenzial, und daher liegt es an uns, dieses auf den Platz zu bringen.
Der Gegner: Borussia Dortmund
Formkurve: Borussia Dortmund fhrt die Tabelle der Bundesliga an und ist nach fnf Spieltagen noch ungeschlagen sowie ohne Gegentor. Seit 450 Minuten ist der BVB nicht mehr bezwungen worden und hat damit einen neuen Vereinsrekord aufgestellt. Vier Siege und ein Unentschieden gelangen dem Team von Trainer Peter Bosz in der Liga bislang, zuletzt gab es deutliche Siege beim Hamburger SV (3:0) und gegen den 1. FC Kln (5:0). Davor setzte es jedoch eine Niederlage: am ersten Spieltag der UEFA Champions League bei den Tottenham Hotspur (1:3). Trainer: Peter Bosz ist seit dieser Saison fr den BVB verantwortlich. Der 53-jhrige Niederlnder arbeitet seit 17 Jahren an der Seitenlinie, begonnen hatte er seine Trainerkarriere bei seinem Heimatverein AGOVV Apeldoorn. Zuletzt arbeitete er fr Maccabi Tel Aviv und Ajax Amsterdam. Mit Ajax hatte Bosz in der vergangenen Spielzeit das Finale der UEFA Europa League erreicht, dort jedoch gegen Manchester United den Krzeren gezogen. Schon bei dem niederlndischen Traditionsverein hatte der Ex-Profi einen schnellen Offensivfuball mit aggressivem Pressing spielen lassen. So lsst er nun auch den BVB auf dem Feld agieren. ?Bosz ist ein bisschen wie Pep Guardiola, er hat eine ausgeprgte Gewinner-Mentalitt und verfolgt immer seine Prinzipien und mag keine langen Blle, er liebt das schnelle, kurze Spiel?, sagt Jordi Cruyff, der 2016 als Manager von Tel Aviv ein halbes Jahr lang mit Bosz zusammenarbeitete. Bislang funktioniert das System hervorragend in Dortmund: Der Niederlnder ist der erste Bundesliga-Trainer in der Geschichte, der in seinen ersten fnf Partien ohne Gegentor geblieben ist. System und Aufstellung: Anders als unter Thomas Tuchel, der verschiedene Systeme spielen lie und hufig innerhalb einer Partie taktische Anpassungen vornahm, spielt Dortmund unter Bosz stets in einem 4-3-3-System. Im Tor ist Roman Brki gesetzt. In der Viererkette vor ihm drften die Pltze verteilt sein: Lukasz Piszczek luft auf rechts auf, Marc Bartra und Sokratis heit das Innenverteidiger-Duo. Sollte Bartra jedoch weiter unter Adduktorenbeschwerden leiden und ausfallen, wrde mer Toprak fr ihn in die Startelf rcken. Auf der linken Abwehrseite ist nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kapitn Marcel Schmelzer Dan-Axel Zagadou erste Wahl, Jeremy Toljan ist eine weitere Option. Die Dreierreihe im Mittelfeld wird im Zentrum von Nuri Sahin besetzt. Um die beiden anderen Positionen bewerben sich der ehemalige Borusse Mahmoud Dahoud, Mario Gtze und Gonzalo Castro. Julian Weigl drfte nach seiner langen Verletzungspause eher noch kein Kandidat fr die Startelf sein. In der Offensive ist als Spitze Pierre-Emerick Aubameyang unangefochten. Auf den Auenbahnen hingegen kann Bosz zwischen Christian Pulisic, Maximilian Philipp, Andrey Yarmolenko und Shinji Kagawa whlen. Raphal Guerreiro (Reha nach Knchelbruch), Marco Reus (Kreuzbandteilriss) und Andr Schrrle (Faserris) fehlen verletzt. Im Fokus: Andrey Yarmolenko: Nach dem Abgang von Ousmane Dembl verpflichtete der BVB fr 25 Millionen Euro Andrey Yarmolenko von Dynamo Kiew fr die rechte Auenbahn. Wie Dembl ist der 27-jhrige Ukrainer beidfig, ansonsten aber ein anderer Spielertyp. Der 1,90 Meter-Hne bringt Robustheit ins Offensivspiel des BVB sowie Zielstrebigkeit und Zug zum Tor. Auerdem schiet er bereits nach wenigen Einstzen fr Dortmund die Standards bei den Dortmundern. Seine Klasse stellte er bereits in den wenigen Spielen fr die Schwarz-Gelben unter Beweis. In der UEFA Champions League schoss er bei den Tottenham Hotspur einen Treffer, gegen Kln bereitete er zwei Tore vor, gegen Hamburg servierte er einen Treffer. ?Schon brutal, wie schnell er den Unterschied macht. In jedem Spiel ein Tor oder einen Assist hat. Auch im Eins-gegen-Eins ist er schwer zu stoppen", sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Und auch Peter Bosz freut sich ber die gelungene Integration des 72-maligen Nationalspielers der Ukraine: ?Andrey ist noch nicht lange da, aber er versteht sich sehr gut mit den Mitspielern.?
U23 landet klaren Sieg in Bonn
Vor 650 Zuschauer im Bonner Sportpark Nord gab die junge Fohlenelf bereits im ersten Durchgang den Ton an. Mirza Mustafic scheiterte zunchst noch an BSC-Schlussmann Alexander Monath. Doch nur zwei Minuten spter konnte auch der Bonner Keeper nichts mehr ausrichten, als Mike Feigenspan ein unwiderstehliches Solo startete und dieses mit der Fhrung fr den VfL-Nachwuchs abschloss. Die Hausherren, die ihre Konterchancen meist unzureichend ausspielten, traten in der 30. Minute das einzige Mal vor der Pause gefhrlich in Erscheinung: Ein Distanzversuch von Dario Schumacher flog aber Zentimeter am Tor vorbei. Auf der Gegenseite htte Ba-Muaka Simakala kurz vor dem Seitenwechsel bereits die Weichen auf Sieg stellen knnen, doch er kam nicht an Monath vorbei. Rtten sorgt fr Vorentscheidung Kurz nach Wiederbeginn sorgte dann Nils Rtten fr die Vorentscheidung. Simakala verlngerte im Luftduell mit Bonns Keeper Monath eine Flanke von Aaron Herzog auf Rtten, der keine groe Mhe hatte, den Ball per Kopf ber die Linie zu drcken. Kurz danach mussten die Borussen, die ber weite Strecken defensiv sehr stabil standen, eine kurze Drangphase der Gastgeber berstehen. VfL-Keeper Tim-Oliver Hiemer parierte einen Kopfball von Brors, und auch der eingewechselte Sebastian Hirsch verpasste nach einer Flanke von der rechten Seite den mglichen Anschlusstreffer. Doppelschlag zum 4:0-Endstand Als bei den Bonnern dann die Krfte nachlieen, schlugen die Borussen noch einmal per Doppelschlag zu. Erst erhhte Aaron Herzog nach einem Alleingang per Flachschuss aus etwa 16 Metern auf 3:0, ehe nur zwei Minuten spter Michel Lieder nach einer Hereingabe von Feigenspan den 4:0-Endstand besorgte. ?Wir waren unserem Gegner in allen Belangen berlegen. Der Sieg war auch in der Hhe verdient?, sagte van Lent, dessen Team nun am Samstag (15 Uhr) RW Essen im heimischen Grenzlandstadion empfngt. Borussia: Hiemer ? Lieder, Stang (80. Strietzel), Rtten, Hoffmanns ? Benger ? Mustafic (59. Ferlings), Herzog - Kraus (73. Richter), Simakala, Feigenspan Tore: 0:1 Feigenspan (27.), 0:2 Rtten (50.), 0:3 Herzog (66.), 0:4 Lieder (67.) Zuschauer: 650
Geduldig und willensstark
Die Geschichte des Spiels In der ereignisarmen ersten Hlfte kontrollierte die Fohlenelf die Partie, erarbeitete sich aber trotz klarer Vorteile beim Ballbesitz gegen einen gut organisierten und uerst tiefstehenden Aufsteiger jedoch keine zwingenden Chancen. ?Zwei Tage nach dem krftezehrenden Spiel in Leipzig haben wir in den ersten 45 Minuten zu langsam gespielt. Dadurch konnte Stuttgart die Rume hufig wieder schlieen?, sagte Trainer Dieter Hecking. Nach dem Wechsel kam sein Team mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine. ?Wir waren etwas variabler, nicht mehr so statisch in unseren Positionen und konnten das Tempo etwas erhhen?, bemerkte Hecking. Der Lohn lie nicht lange auf sich warten. Eine Rechtsflanke von Nico Elvedi verwertete Raffael per sehenswerter Direktabnahme zum 1:0. ?Die Fhrung hat uns Selbstvertrauen und Sicherheit gegeben?, betonte Hecking. Seine Mannschaft war nun klarer Chef im Ring und legte genau zu dem Zeitpunkt, als die Gste ihre Schlussoffensive starten wollten, den zweiten Treffer nach. Dennis Aogo riss Thorgan Hazard im Strafraum regelwidrig zu Boden. Den flligen Strafsto verwandelte Raffael sicher im linken Toreck und sorgte damit fr die Entscheidung. Hecking: "Die Mannschaft ist momentan sehr willensstark. Sie ist geduldig geblieben und hat ihr Spiel durchgezogen. Dafr muss ich ihr ein groes Kompliment aussprechen.? Das Medienecho Kicker: ?Auf dem aufsteigenden Ast: Die Borussia verlor lediglich eines der jngsten elf Pflichtspiele. Neuester Arbeitsnachweis war der Heimauftritt gegen Aufsteiger Stuttgart, als vor allem dank Doppelpacker Raffael ein verdientes 2:0 zu Buche stand.? WAZ: ?ber weite Strecken hatte Sommer-Ersatz Tobias Sippel gegen den Bundesliga-Rckkehrer aus Stuttgart einen ruhigen Abend. Die Gste wollten zwar offensiv attackieren, kamen aber ber geschicktes Mauern nicht hinaus.? Rheinische Post: ?Borussia musste gegen den VfB Stuttgart lange Geduld beweisen. Schlielich war es Raffael, der mit seinem ersten Saisontor die Knoten platzen lie und vom Elfmeterpunkt den 2:0-Heimerfolg besiegelte.? Tabellensituation Mit dem gestrigen 2:0-Sieg hat Borussia ihren Aufwrtstrend fortgesetzt. Auf die jngste Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt (0:1) lie sie am zurckliegenden Wochenende ein 2:2 bei Champions League-Teilnehmer RB Leipzig und nun eben den ?Dreier? gegen die Schwaben folgen. In der Tabelle kletterte der VfL dadurch mit nun acht Zhlern (7:5 Tore) auf Rang sieben. Am Abend knnen aber noch der Hamburger SV (6 Punkte, 4:5 Tore) und Hertha BSC (5 Punkte, 4:4 Tore) vorbeiziehen. Der Spieler des Spiels Raffael: Die Wahl zum ?Spieler des Spiels? in der Borussia-App war diesmal eine klare Angelegenheit. Mit 55 Prozent aller Stimmen setzte sich Raffael deutlich gegen Tobias Sippel (24 Prozent) und seine brigen Teamkollegen durch. Sonderlich berraschend war das nicht, schlielich hatte der Brasilianer der Partie mit einem ?Doppelpack? seinen Stempel aufgedrckt. Den Fhrungstreffer hatte Raffael selbst mit einem Zuspiel auf Elvedi eingeleitet, beim 2:0 blieb er eiskalt vom Elfmeterpunkt. Die Zahl des Spiels 0: Zum dritten Mal htete Tobias Sippel in der Bundesliga das Tor des VfL ? und zum dritten Mal hielt er seinen Kasten sauber. Den 2:0-Erfolgen gegen Wolfsburg und Darmstadt in der Saison 2015/16 lie er gestern gegen Stuttgart seinen dritten 2:0-Sieg folgen. ?Wir haben vollstes Vertrauen in Tobi. Er hat ja nicht seit zwei Jahren die Handschuhe in die Ecke gelegt, sondern stets gut trainiert. Entsprechend hat er viel Sicherheit ausgestrahlt?, lobte Hecking. Nachdem Sippel in der ersten Hlfte beschftigungslos geblieben war, konnte er sich in der zweiten Hlfte einige Male auszeichnen. Herausragend war sein Reflex in der Nachspielzeit gegen einen "Hammer" von Andreas Beck, mit dem er letztlich seine weie Weste wahrte. Die Personallage Die ohnehin schon angespannte Personallage hat sich durch die Verletzung von Christoph Kramer noch einmal etwas verschrft. Der Mittelfeldspieler hatte Mitte des ersten Durchgangs bei einem Zusammenprall mit Anastasios Donis eine Platzwunde am Kopf sowie eine Schdelprellung erlitten und war daraufhin zur Pause ausgewechselt worden. ?Die rzte haben uns die absolute Empfehlung gegeben, Chris herauszunehmen. Vermutlich htte er auf die Zhne gebissen, doch die Gesundheit geht vor?, sagte Hecking. Ob Kramer der Fohlenelf am Wochenende wieder zur Verfgung steht, ist ebenso unklar wie die Einstze von Yann Sommer (Innenbanddehnung im Knie) und Jonas Hofmann (muskulre Probleme). Bei beiden hatte es gestern noch nicht fr einen Einsatz gereicht. Immerhin: Tony Jantschke stand nach wochenlanger Verletzungspause erstmals wieder im 18er-Aufgebot. Der Ausblick Den Borussen bleiben nur wenige Tage Zeit, um ihre Wunden zu lecken. Bereits am Samstagabend (18.30 Uhr) wartet im Signal Iduna Park in Dortmund das Top-Spiel des sechsten Bundesliga-Spieltags auf sie. ?Wir haben derzeit groe Verletzungssorgen, die Mannschaft muss in jeder Partie ans Limit gehen. Umso wichtiger ist, dass wir einen Tag mehr Regenerationszeit haben?, sagte Hecking. Dennoch bleiben ihm gerade einmal zwei richtige Einheiten, ? am Donnerstag (15.30 Uhr) und Freitag (nicht ffentlich) ? um sein Team auf den seit 40 Heimspielen ungeschlagenen BVB vorzubereiten.
?Es war etwas Spezielles?
Tobi, du hast nun drei Bundesligaspiele fr Borussia absolviert, jedes Mal hie das Endergebnis 2:0... Sippel: Es ist immer schn, wenn man zu Null spielt. Aber wir mssen die Kirche im Dorf lassen, das darf man jetzt nicht berbewerten. Es waren nur drei Spiele, von daher ist das berschaubar. Von mir aus htten wir gestern auch 3:1 gewinnen knnen. Hauptsache, wir haben die drei Punkte. Was war das fr ein Gefhl, nach so langer Zeit mal wieder in einem Ligaspiel auf dem Platz zu stehen? Sippel: Es war etwas Spezielles. Natrlich habe ich mich gefreut, dass ich jetzt mal wieder dran war ? auch wenn es natrlich nicht schn ist, dass Yann sich verletzt hat. Da ich nicht so oft spiele, ist schon ein bisschen Anspannung dabei gewesen. Aber mit dem Anpfiff war die Anspannung verflogen. Wir hatten aber einige Testspiele in den vergangenen Wochen. Das war eine gute Vorbereitung. Von daher war es kein kompletter Kaltstart. Wie schwierig ist es, als zweiter Torhter in der Regel nicht zum Einsatz zu kommen, dann aber pltzlich gefragt zu sein? Sippel: Ich habe vor drei Jahren die Entscheidung getroffen, von Kaiserslautern nach Mnchengladbach zu wechseln. Mir war bewusst, was in meiner Rolle als Nummer zwei auf mich zukommt. Wenn man wei, man kommt als zweiter Torwart zu einem Verein und hat den Nationaltorwart der Schweiz vor sich, kann man keinen Anspruch stellen. Yann ist in der Regel nicht viel verletzt, aber ab und an passiert es doch. Und dann muss man als Ersatztorwart vom Kopf her klar sein. Man muss wissen, dass man womglich nur fr diesen einen Tag gebraucht wird und dann seine Leistung abrufen. Aber die Mannschaft macht es mir leicht. Unser Training ist immer hochprofessionell, man wird immer gefordert. Das Niveau ist wie in einem normalen Spiel. Wieso habt ihr euch gestern in der ersten Halbzeit etwas schwergetan? Sippel: In Heimspielen stehen unsere Gegner noch tiefer und verschieben gut. Da mssen wir natrlich bessere Lsungen finden als in der ersten Hlfte. Wir haben die Probleme aber knallhart in der Pause angesprochen. In der zweiten Hlfte war es besser. Wir waren zielstrebiger nach vorne und sind fter ber Auen durchgekommen. Wir hatten uns speziell vorgenommen, die Rume dort zu nutzen. Das haben wir beim 1:0 durch Raffael gut gemacht. Hinten haben wir nicht viel anbrennen lassen. Wir wollten kompakt stehen, das haben wir geschafft. Nun steht am Samstag (18.30 Uhr) das Topspiel bei Borussia Dortmund an. Wie stehen die Chancen auf einen weiteren Einsatz und was erwartest du fr ein Spiel? Sippel: Yann sagt, er fhlt sich schon wieder relativ gut. Aber wir mssen abwarten, ob es bei ihm schon fr Samstag wieder reicht. In den nchsten Tagen wissen wir mehr. Dortmund wird wahrscheinlich vor allem in der eigenen Offensive mehr Gegenwehr leisten. Wir werden noch mehr gefordert sein. Aber am Ende ist es egal, gegen wen wir spielen. Wir haben eine so groe Qualitt, dass wir gegen jede Mannschaft bestehen knnen.
Borussias zweitjngster Bundesliga-Debtant
Michal Cuisance stand vor Beginn der zweiten Halbzeit an der Seitenlinie und wartete darauf, das Spielfeld betreten zu drfen. Nacheinander kamen die zehn Borussen, mit denen er in dieser zweiten Halbzeit gegen den VfB Stuttgart spielen sollte, zu ihm, klatschten mit ihm ab und sprachen ihm Mut zu. Rund 50 Minuten spter das gleiche Bild: Wieder kamen die Mitspieler zu Cuisance und herzten ihn. Zwischen diesen beiden Szenen lag das Bundesliga-Debt des jungen Franzosen. Lob vom Trainer Cuisance kam zum zweiten Durchgang fr den angeschlagenen Christoph Kramer und agierte neben Denis Zakaria auf der Doppel-Sechs. 2:0 endete das Duell mit den Schwaben, und Cuisance wusste zu gefallen. Was der agile und wendige Mittelfeldspieler schon in den Testspielen andeutete, besttigte er an diesem Abend auch auf hohem Niveau. Das Offensivspiel der Fohlenelf war in der zweiten Halbzeit deutlich zielstrebiger. ?Wenn ein 18-Jhriger dem Spiel eine Wandlung gibt?, sagte Trainer Dieter Hecking, ?dann sagt das alles ber seine Leistung aus.? Der franzsische U19-Nationalspieler spielte unbekmmert, forderte den Ball, bot sich immer wieder an und versuchte seine Mitspieler gut in Szene zu setzen. Knapp 85 Prozent seiner 32 Psse kamen an, 44 Ballkontakte sind ebenfalls ein sehr guter Wert. Das 1:0 leitete er mit einem Ballgewinn ein, den Freisto, der letztlich zum Elfmeter fhrte, trat er ebenfalls. Nur Marin war jnger Cuisance, der im Internat im BORUSSIA-PARK wohnt, betrat am Dienstagabend nicht nur zum ersten Mal die groe Fuballbhne, er sicherte sich auch einen Platz in Borussias Historie. 18 Jahre und 34 Tage jung war der Elser bei seinem ersten Bundesliga-Einsatz. Lediglich Marko Marin (18 Jahre, 18 Tage) war in der Geschichte des VfL noch etwas jnger bei seinem ersten Einsatz in der hchsten deutschen Spielklasse. ?Soweit wie er mit 18 Jahren schon ist, soweit war ich vielleicht mit 22?, sagte Christoph Kramer schon vor einigen Wochen ber den Franzosen, der vor der Saison aus der Jugend von AS Nancy-Lorraine an den Niederrhein gewechselt war. Ein hnliches Lob gab es nach dem gestrigen Spiel von Torhter Tobias Sippel. ?Michal ist trotz seines jungen Alters schon sehr weit. Wer ihn tagtglich im Training beobachtet, sieht, welch brutal guten Fuball er spielt. Er hat einen super Schuss und ist auch im Kopf schon sehr weit. An ihm werden wir noch viel Freude haben.? Der hoch gelobte selbst meldete sich am spten Abend noch via Instagram und Twitter zu Wort und schrieb: ?Danke fr alles, es ist nur der Anfang.?
Raffael fhrt Borussia zu souvernem Heimsieg
Vor 44.063 Zuschauern im BORUSSIA-PARK war die Fohlenelf im ersten Durchgang in Sachen Ballbesitz, Zweikampffhrung und Passspiel deutlich berlegen. Im Spiel nach vorne mangelte es jedoch an Ideen und Tempo, sodass die tief stehenden Gste keine groe Mhe hatten, die Borussen von ihrem Tor fernzuhalten. Nach dem Wechsel erhhte der VfL nach und nach den Druck und kam durch Raffael (57.) auch zur verdienten Fhrung. Mit einem verwandelten Strafsto sorgte der Brasilianer in der 74. Minute auch fr die Entscheidung. AUFSTELLUNG Trainer Dieter Hecking musste seine Startelf im Vergleich zum Spiel in Leipzig (2:2) auf zwei Positionen ndern: Fr die verletzten Yann Sommer und Jonas Hofmann spielten Tobias Sippel und Patrick Herrmann von Beginn an. Die Viererkette vor Sippel blieb mit Nico Elvedi, Matthias Ginter, Jannik Vestergaard und Oscar Wendt ebenso unverndert wie die Mittelfeldzentrale mit Denis Zakaria und Christoph Kramer. Auf den offensiven Auenbahnen kamen Herrmann und Thorgan Hazard zum Einsatz, das Sturmduo bildeten Lars Stindl und Raffael. Erstmals im Profikader stand Nachwuchskeeper Moritz Nicolas, zudem kehrte der wieder genesene Tony Jantschke ins 18er-Aufgebot zurck. PERSONAL Die Verletztenliste bei Borussia war lang. Gleich neun Spieler standen Trainer Hecking nicht zur Verfgung. Neben Yann Sommer (Innenbanddehnung im Knie) und Jonas Hofmann (muskulre Probleme) fehlten auch Ibrahima Traor (Muskelbndelriss im Oberschenkel), Lszl Bnes (Mittelfubruch), Vincenzo Grifo (Kapselverletzung im Knie), Tobias Strobl (Kreuzband- und Auenmeniskusriss im Knie), Mamadou Doucour (Trainingsrckstand), Josip Drmic (Aufbautraining nach Knieverletzung) und Kwame Yeboah (muskulre Probleme). HHEPUNKTE 1. HLFTE 33.: Stindl schliet von der Strafraumgrenze flach mit links ab, doch Zieler kann den Ball im Nachfassen unter sich begraben. 40.: Vestergaard steigt nach einer Ecke am hchsten, sein Kopfball fliegt aber deutlich links vorbei. 44.: Mangala zieht aus knapp 25 Metern ab und verfehlt den Kasten um einen halben Meter. HHEPUNKTE 2. HLFTE 46.: Terodde ist nach einem Konter auf der rechten Seite durch, setzt den Ball aber aus spitzem Winkel links vorbei. 57.: Ein schneller Angriff bringt die Fhrung. Elvedi bringt die Kugel scharf nach innen, wo Raffael volley per Direktabnahme trifft ? 1:0. 69.: Sippel wehrt einen gefhrlichen Brekalo-Distanzschuss sicher zur Seite ab. 74.: Aogo reit im Strafraum Hazard um. Den flligen Strafsto verwandelt Raffael sicher ? 2:0. 81.: Terodde luft alleine auf das Tor zu. Sein aufs lange Eck anvisierter Schuss ist jedoch kein Problem fr Sippel. 84: Der VfB mit zwei guten Chancen in wenigen Sekunden: Erst kpft Terodde links vorbei, dann jagt Beck das Leder aus zwlf Metern ber den Kasten 90.+2: Riesentat von Sippel, der einen Hammer von Beck mit beiden Fusten entschrft.
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